Kalender.
Der Kalender: Das sind Worte zum Bild. Oder Bilder zum Wort. Das ist ein Dialog aus der Ferne. Das ist jeden Freitag ein kleines Lebenszeichen von draußen, ein kleiner Schritt, den ihr gemeinsam mit uns durch das Jahr und durch die Natur wandern könnt, auf der Suche nach Schönheit, Wissen und Wunder. Und es gibt viel zu sehen!
KW 18 - Fabelwesen
Aber es gibt noch so viel mehr Tiere, die mich irgendwie immer schon faszinieren, mir aber noch nie begegnet sind: Totenkopfschwärmer, Harpyie, Blauwal, Bullenhai. Fabelwesen oder nicht? Und welche sind eure? Welches Tier steht auf der „Möchte-ich-einmal-sehen-Wunschliste“ ganz oben?
KW 17 - Ein Birkenbild
Jemand trifft die Entscheidung: Dies ist es wert, festgehalten zu werden. Vielleicht, damit auch andere es sehen. Vielleicht nur, um selbst darüber zu meditieren. Wie vor über 120 Jahren Gustav Klimt hat auch Jan sich entschieden, diesen Birkenwald abzubilden.
KW 16 - Let’s dance!
Jan konnte in den letzten Tagen Rothalstaucher bei der Balz fotografieren. Das Vogelpaar hätte sich keine romantischere Szene aussuchen können: Ein Tanz in wallenden Morgennebeln, getrimmt auf absolute Synchronität, auf einer Wasserfläche so glatt spiegelnd wie ein frisch gewienerter Ballsaal.
KW 15 - Amselsongs
Frische Morgenstimmung und aufgeschobener Abschied, stille Verliebtheit und lustvolle Melancholie – beherrscht die Amsel es, alle Spielarten unserer Gefühle in Laute zu fassen, oder legen wir sie hinein?
KW 14 - Nachdenkliche Eiersuche
Meine Oma hat nie so richtig verstehen können, warum wir Kiebitze schützen. Für sie war das ein Allerweltsvogel. Die Äcker waren um Ostern oft voll mit ihren Eiern, man konnte sie einfach absammeln. Palettenweise. Das gibt es so schon lange nicht mehr, die Wiesenvogelbestände schrumpfen seit Jahrzehnten nahezu ungebremst, übrigens nicht primär durch Omas, sondern durch unsere Art der Landnutzung.
KW 13 - Nicht den Kopf in den Sand stecken
Schauen wir uns also aufmerksam um. Und bemerken im zeitigen Frühjahr einmal mehr, dass diese Kopf-in-den-Sand-oder-nicht-Freiheit wirklich nicht jedem gegeben ist. Die Rotbeinige Lockensandbiene am Wegrand zum Beispiel kann das nicht, zumindest nicht die Weibchen. Denn im Frühjahr muss ein Nest gegraben werden.
KW 12 - Dreamteam
Was läge näher, als auch die Tiere, die im Traum erscheinen, einmal hübsch ordentlich aufzuschreiben? Als zoologisches Dreamteam sozusagen. Was ist das für ein herrliches Cross-Over-Thema aus Zoologie, Psychologie und Kulturanthropologie!
KW 11 - Ablenkung
Manchmal fühle ich mich so wie der Hase auf dem Bild. Die Pupillen riesengroß, die Schnurrbarthaare weit gespannt; bereit, auf jeden Reiz SOFORT zu reagieren. Insbesondere wenn, jetzt der Frühling in der Luft liegt! Da geht es mir wie Meister Lampe. Dieser Tage gibt es so viel da draußen, das sich zwar eigentlich ganz ohne mein Zutun von selbst voran bringt, aber wenigstens (dringend?) von mir beobachtet werden sollte, finde ich.
KW 10 - Le Grand duc
„BOOOUHHH…….…BOOUHHHHH.“ Kein Zweifel. Ein Uhu.
Was für ein Klang! Ich finde, es hat einfach Bumms. Etwas Physikalisches, etwas Geheimnisvolles, irgendwo zwischen Subwoofer und Atom-Uboot. Und wenn irgendein Ton zum vollen Mond gehört, ist es dieser zauberische Klang.
KW 9 - Schon wieder zu spät dran...!
Hand aufs flatterhafte Herz: Das wievielte Jahr ist es, in dem ihr nun eeendlich die Vogelstimmen lernen wolltet? Und jetzt ist es schon fast wieder zu spät, um in aller Ruhe erst einmal den einsamen Zaunkönig im verschneiten Garten zu „verhören“.
KW 8 - Kälte, Wärme, Hoffnung
Ganz stumm ist unser Frühling noch nicht. Und auch im längsten Winter gibt es Hoffnungsboten. Stieglitze, Erlenzeisige und andere Finken weigern sich schlichtweg, ihre harlekineske Tracht abzulegen. Sie erinnern daran, auch in eisigster Kälte: Der Frühling wird kommen.
KW 7 - The Dreadnought
Wer denkt schon an etwas Böses, wenn er eine Ente sieht? Spätestens seit Donald Duck sind Enten DAS tierische Symbol für tollptaschiges Verhalten und Harmlosigkeit. Donald Ducks Zorn ist eher anrührend als angsteinflößend.
KW 6 - Wenn das Eis bricht
Aufbrechendes Eis bedeutet für den Eisbären Hunger und Tod, für den Graureiher Nahrung und Leben. Der Riss im Eis ist eine Linie, die man in zwei Richtungen überschreiten kann...oder - vorsichtshalber - zumindest überdenken...
KW 5 - Noch ein bisschen weißer als Weiß
An diesen Loriot-Sketch musste ich sofort denken, als Jan mir gestern das Bild des Gänsesäger-Ehepaares zeigte. Mir war nie aufgefallen, wie unterschiedlich der Weißton des Gefieder von Männchen und Weibchen ist. Während ihr Galan ein sattes Weiß zur Schau trägt, in dem fast schon eine Nuance warmes Gelb anklingt, zeigt sie sich in fast schon eisberghaft-reinstem Kristallweiß.
KW 4 - Substanz und Struktur
Die Sandrippen ziehen sich über den Wattboden, als stünden sie dort schon seit hunderten Jahren. Schaut man sie zu lange an, verliert man die Dimension und glaubt, aus dem Flugzeug auf die endlosen Dünenverwehungen einer fernen Wüste zu blicken.
KW 3 - Turmfalke
Am Himmel steht ein Falke, ein Turmfalke, und der kleine Junge schaut hinauf. Fast alle naturbegeisterten Menschen haben solche Kindheits-Tiere, die herausstechen aus der Erinnerung und nicht selten etwas gebahnt haben. Aber welches ist euer Kindheitstier?
KW 2 - König der Schneeflocken
Ein, zwei Sekunden nur fasst das Auge ihn: Dann ist er vorbeigesaust, blitzend blau leuchtend, ganz Feder gewordener Saphir. Mit seinem lichtgesprenkelten Umhang und dem irisierend-türkisblauen Steiß sieht der Eisvogel aus wie der stolze König der Schneeflocken.
KW 1 - Die Zeichen
Man kann nicht nur Bücher lesen. Sondern auch eine Landschaft. Eine Balzchoreographie. Den Himmel. In der Mimik einer anderen Kreatur. Jeder Fuchs, jeder Regenpfeifer, jede Möwe, jeder Orang-Utan tut das.