KW 9 - Schon wieder zu spät dran...!

Hand aufs flatterhafte Herz: Das wievielte Jahr ist es, in dem ihr nun eeendlich die Vogelstimmen lernen wolltet? Und jetzt ist es schon fast wieder zu spät, um in aller Ruhe erst einmal den einsamen Zaunkönig im verschneiten Garten zu „verhören“. Letzte Woche noch schrieb ich von einem (!) singenden Kernbeißer. Jetzt ziehen laut rufende Kranichscharen über Hamburg. Und auch die kleineren Federträger lassen sich nicht mehr bitten. Seit ein paar Tagen stiehlt dem wortkargen Kernbeißer ein fast schon manisch wirkender Stieglitz mit seinem nimmermüden Geplauder die Show, heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit hörte ich das kurze „zie-dü-DI!“ des Gartenbaumläufers. Das macht er manchmal auch zu anderen Jahreszeiten, aber nie so voll, so satt, so energisch wie jetzt. Ach ja, und apropos flatterhaft: Nicht nur die Vögel wachen auf. Im Wald sind jetzt die Frostspanner unterwegs (und nein, das sind keine Menschen!).

Zeit also, genau hinzuhören. Vielleicht muss es nicht gleich die ganze Vogelschar sein. Wer jetzt schon den Mut verloren hat, denke daran: Ein paar Vogelstimmen kennt fast jeder. Kuckuck und Ringeltaube, Elster und Uhu sind zwar nicht die besten Sänger, aber sie bleiben im Ohr. Und vielleicht ist es ja dieses Jahr ganz einfach ein vorwitziger Feldsperling, der in eurem persönlichen Lexikon ein paar etwas hölzern klingende Worte mitzureden hat. Wenn man ein bisschen versteht, was da gesungen wird, klingt sowieso in jedem Vogel eine kleine Nachtigall an.

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KW 8 - Kälte, Wärme, Hoffnung