KW 13 - Nicht den Kopf in den Sand stecken

Oder lieber doch?

Ich glaube, viele von uns möchten gerade öfter den Kopf in den Sand stecken als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Geht mir auch so. Einfach nichts mehr hören, nichts mehr sehen. Nur Dunkelheit, Stille und, hm, knirschender Sand. Klingt dann irgendwie auch wieder nicht so attraktiv. Aber immerhin können wir uns ja noch dagegen entscheiden.

Schauen wir uns also aufmerksam um. Und bemerken im zeitigen Frühjahr einmal mehr, dass diese Kopf-in-den-Sand-oder-nicht-Freiheit wirklich nicht jedem gegeben ist. Die Rotbeinige Lockensandbiene am Wegrand zum Beispiel kann das nicht, zumindest nicht die Weibchen. Denn im Frühjahr muss ein Nest gegraben werden. Vollkommen auf sich gestellt wird ein langes, tiefes Loch gebuddelt, in das hübsch der Reihe nach die Eier gelegt werden – erst die, welche ein Weibchen enthalten, dann die mit künftigen Männchen. Wenn der Schlupf beginnt, warten also schon jede Menge potenzielle Gatten auf die nach ihnen schlüpfenden Damen. Ich staune einmal mehr über dieso wundersam ineinandergreifenden Prozesse in der Natur. Und über die zielstrebige Plackerei der kleinen Biene. Wahnsinn! Und das alles ohne die Unterstützung tausendern Schwestern, wie bei den Honigbienen, aber mit dem ziemlich eindrücklichen Vorteil, dass man nicht Königin sein muss (sondern nur couragiert und fleißig) um sich fortpflanzen zu dürfen. Auch eine schöne Botschaft!

In diesem Sinne: Nicht den Sand in den Kopf stecken!

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KW 12 - Dreamteam